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Ing. Gert Blühberger |
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Es ist nicht einfach, über sich selbst zu
schreiben. Einerseits möchte man seine positiven Erlebnisse
und Leistungen veröffentlichen und andererseits heisst
es doch "Selbstlob stinkt".
Den endgültigen Entschluss diese Homepage
zu erstellen traf ich daher erst, als ich vom
Club Carriere
interviewt wurde. Ein fremdgeführtes Interview zu veröffentlichen
"stinkt" hoffentlich nicht.
Wer ins Detail gehen möchte, findet neben dem Interview
eine Menge Links zu meinen Zeugnissen etc.
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Interview vom 15.03.2006:
Welche waren die wesentlichsten Stationen ihrer Karriere?
Für
die Firmen
Segelschulen Hofbauer
und Carl Hofbauer jun. (Gastronomiebetriebe,
1220 Wien) war ich insgesamt 10 Jahre tätig. In den Schulferien
während meiner HTL-Zeit als Surflehrer, nach der HTL Matura
(Nachrichtentechnik) als Stützpunktleiter der Bootsvermietung
auf der Neuen Donau und ab 1990 als Geschäftsführer der Gastronomiebetriebe
(u.a. der Freiluft Diskothek ATOLL). Obwohl ich zuvor keine
gastronomische Ausbildung hatte und gerade erst 25 Jahre alt
war übernahm ich als Geschäftsführer die Verantwortung für 3
Gastronomiebetriebe mit insgesamt über 2000 Verabreichungsplätzen
und rund 60 Mitarbeitern. Das bedeutete nicht selten einen Arbeitseinsatz
von bis zu 100 Stunden pro Woche. Aus diesem Grund war auch
ein Branchenwechsel angesagt, als mein erstes Kind zur Welt
kam.
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Ich wechselte in den Einzelhandel zur Firma
Möbel Lutz
und anschließend zur Firma
Köck
(jetzt Cosmos mit Köck-Service) wo ich jeweils 1-2 Jahre
als Regionalverkaufsleiter tätig war. Obwohl ich sogar für
die Eröffnung einer neuen Filiale verantwortlich war, machte
mich der eingeschränkte Aufgabenbereich eines Großunternehmens
nicht glücklich.
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Ich wechselte zur
FMS-Logistik und Handel GmbH
in 2331 Vösendorf
(Lebensmittelgroßhandel). Hier verbrachte ich 5 aufregende
Jahre meiner Karriere. Ich entwickelte mich innerhalb kürzester
Zeit vom Assistent der Geschäftsleitung zum Marketing- und
Verkaufsleiter und übernahm 2000 die Geschäftsführung. Expansionen
und Umsatzsteigerungen bis zu 300% p.A. gaben mir einen sehr
abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Job. Eine Einschränkung
im Aufgabenbereich gab es hier nicht. Ich war für alles verantwortlich
- erstmals auch für das Rechnungswesen. Um auch diese Aufgabe
in gewohnter Perfektion bewältigen zu können studierte ich
berufsbegleitend an der
Fachhochschule für Unternehmensführung
in Wien. Die schwierigsten
Fächer (Buchhaltung, Controlling und Recht) erwiesen sich
als meine Lieblingsfächer. Ich beschloss daher, mich zu spezialisieren:
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Seit 2002 bin ich als CFO (Chief Financial Officer) der
VBC-Genomics Bioscience Research GmbH
tätig. Mein Aufgabenbereich ist auch hier vielfältig aber überschaubar.
Neben der Leitung des Rechnungswesens bin ich auch zuständig
für den Einkauf, Rechtsfragen und Vertragsgestaltungen. In diesen
Unternehmen sammelte ich jede Menge Erfahrungen im Gesellschaftsrecht
und Finanzierungsangelegenheiten. Die VBC-Genomics ist ein Forschungsunternehmen
im Bereich Biotech und entwickelte unter anderem einen Allergenchip.
Mit diesem Chip haben Allergiker erstmals die Möglichkeit eine
Vielzahl von Allergien mit einem einzigen Analyseverfahren gleichzeitig
zu bestimmen. Derzeit werden 76 Allergien mit wenigen Tropfen
Blut auf einem Chip getestet - in wenigen Jahren können bereits
mehrere hundert Allergien auf einem Chip getestet werden. Das
Weltpatent dazu wurde 2005 erteilt und bei weiterhin positiver
Entwicklung des Geschäftsganges wird es meine Aufgabe sein,
die VBC-Genomics an die Börse zu führen.
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Neben den beschriebenen wesentlichen Stationen meiner Karriere
gab es speziell in jungen Jahren eine Vielzahl von Nebenbeschäftigungen:
Ich studierte 4 Semester Tontechnik an der Musikhochschule,
gründete parallel dazu meine Firma "Disco-Service" (Ton- und
Lichtanlagenvermietung, mobile Diskothek) und erfand bzw.
entwickelte ein Gerät zur Durchführung von Fernsehspielen,
die über einen Telefonapparat steuerbar sind, für welches
mir 1991 das Österreich-Patent erteilt wurde. 1998 bis 2000
studierte ich berufsbegleitend an der
Fachschule für Unternehmensführung und Management
, 2003 legte ich meine Prüfung zum selbständigen Buchhalter ab und bin
seit 2004 Mitglied der
Kammer der Wirtschaftstreuhänder
als selbständiger Buchhalter
(SBH).
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Was bedeutet für Sie persönlich Erfolg?
Mein erstes wirkliches Erfolgserlebnis
war, als ich im Alter von 25 Jahren die Geschäftsführung der
"Hofbauer-Gastronomie" übernahm. Ich schaffte es immer binnen
kürzester Zeit meine Managementqualitäten zu beweisen und konnte
dadurch auch ohne Nachweis branchenspezifischer Erfahrungen
oder Vorkenntnisse in Führungspositionen arbeiten.
Welche
Anerkennung haben Sie erfahren?
Meine Anerkennung war es jeweils, wenn mir der Geschäftsinhaber
100%iges Vertrauen entgegenbrachte und auch 100%ig meine Entscheidungen
unterstützte. Ein weiterer nicht unangenehmer Nebeneffekt ist,
dass ich von Beginn meiner Karriere immer ein sehr gutes Gehalt
bezogen habe.
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Was war ausschlaggebend für ihren Erfolg?
Wenn man kein Geschäft durch Erbschaft
oder Hochzeit in den Schoß gelegt bekommt, muss man sich alles
erarbeiten. Erarbeiten heißt, ein 200%iges Engagement zu zeigen
und sich nicht hinter arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen
zu verstecken (40 Stunden Woche gibt es da keine). Die Betriebe,
die ich geführt habe, habe ich immer so geführt, als wären
sie meine eigenen. Neben meinem Engagement waren Organisationstalent
und kaufmännisches Talent die wichtigsten Erfolgsfaktoren
für meine Tätigkeit als Geschäftsführer. In Bezug auf meine
heutige Tätigkeit als CFO wäre Talent alleine allerdings nicht
ausreichend gewesen. Einer meiner wichtigsten Schritte war
daher, eine berufsbegleitende kaufmännische Ausbildung zu
absolvieren.
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Gibt es jemanden, der ihren beruflichen Werdegang besonders geprägt
hat?
Im Alter von 28 Jahren als wirklich
erfolgreicher Geschäftsführer war ich der Meinung "ich kann
alles" und "ich weiß alles". Als ich mich dann aus familiären
Gründen aus der Gastronomie zurückzog, stellte mir eine Personalchefin
im Rahmen eines Bewerbungsgespräches folgende Frage: "Was
haben Sie in den letzten 3 Jahren für ihre Fortbildung getan?".
Ich konnte auf diese Frage keine Antwort geben. Diese Frage
war sicherlich mit ein Grund, warum ich mich sofort, als ich
in den Großhandel wechselte und es sich mit meiner Arbeitszeit
vereinbaren ließ, zu einem Fachhochschulstudiengang anmeldete.
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Welchen Rat möchten Sie an die nächste Generation weitergeben?
Wer in seiner Karriere etwas erreichen
möchte muss auch bereit sein, einen entsprechenden Arbeitseinsatz
zu zeigen. Zu Beginn der Karriere kann man die mangelnde Erfahrung
nur durch übermäßiges Engagement ausgleichen. Diese Bereitschaft
kann sich bereits während der Schulzeit bemerkbar machen. Wer
bereits in den Schulferien Lust am Arbeiten und Geld verdienen
zeigt hat sicher die besseren Voraussetzungen als diejenigen,
die den ganzen Sommer im Freibad liegen. Um so wie ich, ohne
abgeschlossenes Hochschulstudium in hochwertige Führungspositionen
zu gelangen bedarf es Engagement, Talent aber auch einer gewissen
Portion Glück. Glück deshalb, weil man erst in eine Position
kommen muss, in der man beweisen kann, dass man die notwendigen
Fähigkeiten hat. Auf dieses Glück sollte man sich allerdings
nicht verlassen. Wenn man es allerdings schafft, ohne Hochschulstudium
weit mehr zu erreichen als ehemalige Schulkollegen mit abgeschlossenem
Hochschulstudium, dann kann man wirklich stolz auf sich sein.
Ich habe die berufsbegleitende Fachhochschule zwar aus privaten
Gründen (Scheidung) nicht abgeschlossen, doch kann ich diese
sehr empfehlen. Wenn man bereits mehrere Jahre Berufserfahrung
hat, nimmt man die Lehrinhalte ganz anders auf und kann diese
mit der bereits entstandenen Berufserfahrung verknüpfen oder
sogar einsetzen.
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Sehen Sie sich als erfolgreich?
Ich sehe mich als erfolgreich weil ich
von Beginn meiner Karriere an in Führungspositionen tätig
war, meine Vorgesetzten bzw. Geschäftsinhaber mit meiner Arbeit
immer zufrieden stellen konnte und ich in den KMU's in denen
ich bis jetzt tätig war, immer die höchste von mir angestrebte
Position inne hatte.
Welche Ziele haben Sie sich gesteckt?
Als
relativ junges Forschungsunternehmen war es in der Vergangenheit
nicht einfach, die Kosten der Forschungsabteilung durch Eigenleistung
und Finanzierungen auszugleichen. Nun, nachdem das Weltpatent
für die wichtigste Erfindung (ISAC) des Unternehmens erteilt
ist, geht es darum dieses Patent gewinnbringend zu vermarkten
und die bisher getätigten Forschungsaufwendungen zurück zu
verdienen. Mein wichtigstes Ziel im Unternehmen ist - allgemein
gesagt - den Geschäftsführer und die Gesellschafter zufrieden
zustellen. Im Idealfall durch einen Börsegang.
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Wie begegnen Sie Herausforderungen des beruflichen Alltags?
Es gibt nicht für alle Problemstellungen
eine Ideallösung. Aber es gibt zumeist eine beste Lösung. Diese
versuche ich durch analytische Sachlichkeit zu finden indem
ich alle möglichen Lösungen gegenüberstelle und die Vor- und
Nachteile gegeneinander abwäge. Erst wenn das nichts bringt,
kommt man an einer Bauchentscheidung nicht vorbei.
Wieviel Zeit verwenden Sie für Ihre Fortbildung?
Als
Selbständiger Buchhalter habe ich gegenüber der Kammer der
Wirtschaftstreuhänder eine Fortbildungsverpflichtung von 40
Stunden pro Jahr. Tatsächlich komme ich auf zumindest 100
Stunden jährlich für Arbeitstagungen, Kurse im Bereich Bilanzierung,
Controlling, Steuer und Recht sowie für das Studium der laufend
Gesetzesänderungen.
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Ihr Lebensmotto:
Positiv
Denken. Wer ständig alle negativen Sachen in seinem Kopf rotieren
lässt, ist zwangsweise ein unzufriedener Mensch. Wer sich
hingegen lange Zeit über einzelne positive Sachen freuen kann
und das Talent hat, negative Sachen binnen kürzester Zeit
zu vergessen ist einfach ein glücklicherer Mensch.
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© 2008 Ing. Gert Blühberger |